Die Codebausteine Funktion FC, Funktionsbaustein FB sowie viele andere Funktionen (digitale Funktionen) wie z.B. die Boxen der Umwandlungsoperationen, die Operation MOVE oder die mathematischen Funktionen für Festpunkt- und Gleitpunktzahlen haben in der Step7® Programmiersprache Kontaktplan KOP einen Freigabeeingang EN (enable) und einen Freigabeausgang ENO (enable output). Eine Funktion oder ein Bausteinaufruf wird durchgeführt wenn der Freigabeeingang EN unbeschaltet ist oder wenn an EN der Signalzustand "1" anliegt. Der Freigabeausgang ENO führt dann ebenfalls den Signalzustand "1". Wenn während der Bearbeitung von einer digitalen Funktion ein Fehler auftritt (z.B. keine Gleitpunktzahl an Eingang IN1 bei der Box ADD_R), dann wird der Freigabeausgang ENO auf den Signalzustand "0" gesetzt. Eine Funktion oder ein Bausteinaufruf werden auch nicht durchgeführt wenn der Freigabeeingang den Signalzustand "0" führt. Dann hat der Freigabeausgang ENO ebenfalls den Wert "0".
Über die Freigabeeingänge EN bzw. die Freigabeausgänge ENO können mehrere Bausteine oder Funktionen zu einer Kette zusammenschlossen werden. Der Freigabeausgang ENO der vorhergehenden Box wird dazu auf den Freigabeeingang der nachfolgenden Box geschaltet. Dadurch erhält man die Möglichkeit eine solche Bearbeitungskette durch eine Freigabebedingung ein- oder auszuschalten. Tritt z.B. bei der Bearbeitung einer solchen Kette ein Fehler auf, dann wird der Rest der Kette nicht mehr weiter abgearbeitet.
Allerdings dürfen der Freigabeeingang EN und der Freigabeausgang ENO nicht mit Bausteinparametern verwechselt werden. In der AWL-Darstellung eines Anwenderprogrammes wird deutlich, das sich hinter dem beschalteten Freigabeeingang EN ein bedingter Sprung verbirgt, in der AWL steht dann die Sprungoperation SPBNB (bedingter Sprung bei VKE = "0" / retten des VKE in das BIE-Bit).